Kirche, Schule und Kindergarten unter einem Dach: Martinszentrum Bernburg öffnet

Mit einem Festgottesdienst am Sonnabend, 1. September, 14 Uhr, wird das Evangelische Martinszentrum Bernburg nach rund einjähriger Bauzeit eröffnet. Teilnehmen werden auch Sachsen-Anhalts Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz und der anhaltische Kirchenpräsident Helge Klassohn, der die Predigt hält.

In einer bundesweit einmaligen Verbindung sind unter dem Dach der Bernburger Martinskirche die 2003 gegründete evangelische Grundschule samt Hort, ein christlicher Kindergarten und die evangelische Martinsgemeinde Bernburg gemeinsam untergebracht. Rund 165 Kinder von der Krippe bis zur Grundschule finden im Martinszentrum Platz. An die Eröffnung schließt sich bis zum 9. September eine Festwoche mit zahlreichen Veranstaltungen an. Bei einer Pressekonferenz am Montag in Bernburg sagte Oberkirchenrat Manfred Seifert, Schuldezernent der Evangelischen Landeskirche Anhalts. „Das Konzept, hier ein Mehrgenerationenhaus zu schaffen und vier Einrichtungen zu verbinden, begeistert. Dass es in solch kurzer Zeit umgesetzt werden konnte, ist einer großen gemeinsamen Anstrengung zu verdanken. Das Martinszentrum zeigt auch, dass Kirche einen eigenständigen Bildungsauftrag wahrnehmen kann – und dass Glaube und Wissen keine Gegensätze sein müssen.“ Die evangelische Grundschule Bernburg befindet sich Trägerschaft der anhaltischen Landeskirche. Ebenso wie Hort und Kindergarten – in Trägerschaft der Martinsgemeinde Bernburg – ist die Schule teilweise in einem flachen Holzbau untergebracht, der die Martinskirche umschließt. Dazu gibt es im Gotteshaus selbst – in einem eingesetzten Glaskubus – Arbeits- und Klassenräume. Die Kirche ist gemeinsamer Andachtsraum für alle Einrichtungen. Die Entwürfe für das Martinszentrum stammen vom Leipziger Architekturbüro Weis & Volkmann. „Wir waren mit den Eltern unserer Schülerinnen und Schüler in der Konzeptionsphase des Martinszentrums intensiv im Gespräch“, berichtete Schulleiterin Berit Kuhn, „denn ihre aktive Mitbeteiligung gehört zum Selbstverständnis unserer Schule. Nun haben wir endlich Platz für mehrere Fachräume, eine große Bibliothek – und auch der Jahrgangs übergreifende Unterricht ist besser möglich“. Auch für Hort und Kindergarten bringe das Zentrum eine deutliche Verbesserung, ergänzte Pfarrer Dr. Lambrecht Kuhn von der Martinsgemeinde. „Mit diesem Kinder- und Gemeindezentrum wird in die Zukunft unserer Kinder investiert, in die Zukunft von lebendiger Gemeindearbeit und christlichem Miteinander“, lobte Andreas Stromer, Vorsitzender des Fördervereins des Martinszentrums. Kreisoberpfarrer Karl-Heinz Schmidt sagte: „Hier ist etwas Neues entstanden, das Kontinuität in der Kirche überhaupt erst ermöglicht. Denn allein hätte die Kirchengemeinde die Martinskirche nicht erhalten können. Für mich ist hier das Ideal einer Kirche mitten in der Gesellschaft verwirklicht.“ Die Gesamtkosten für das Martinszentrum liegen bei rund 3,5 Millionen Euro. Davon stammen 1,2 Millionen Euro aus dem Ganztangsschulprogramm „Initiative Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB), 831.000 Euro vom Land Sachsen-Anhalt, 795.000 Euro aus Eigenmitteln (unter anderem von der Landeskirche, der Martinsgemeinde, der Union Evangelischer Kirchen und der Schulstiftung der EKD), 50.000 Euro von der Stadt Bernburg, 20.000 Euro vom Salzlandkreis und 440.000 Euro von weiteren Förderern. Zu letzteren gehören die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung (300.000 Euro), Lotto Toto (75.000 Euro), die Stubenrauch’sche Waisenstiftung (30.000 Euro) und das Gustav-Adolf-Werk (15.000 Euro). 25.000 Euro hat bislang der Förderverein des Martinszentrums gesammelt. Die bislang noch fehlenden 170.000 Euro sollen durch weitere Spenden beziehungsweise eine Kreditaufnahme gedeckt werden. Mehr zum Martinszentrum unter www.martinszentrum-bernburg.de . Infos: Oberkirchenrat Manfred Seifert, Tel. 0340 / 2526-215 Pfarrer Dr. Lambrecht Kuhn, Tel. 03471 / 33 35 29 (627 638) Dessau-Roßlau, 28. August 2007 --------------------------------- Programm der Festwoche Sonnabend – 1. September 2007, 14 Uhr Festgottesdienst zur Eröffnung des Martinszentrums Bernburg mit Kirchenpräsident Helge Klassohn Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz Oberkirchenrat Manfred Seifert Pfarrer Dr. Lambrecht Kuhn – danach: Einzug von Kindern, Erzieherinnen sowie Lehrerinnen und Lehrern in das Martinszentrum – Buntes Fest mit Musik – 18 Uhr Abendandacht ------------ Sonntag – 2. September 2007, 10 Uhr Gottesdienst zur Schuleinführung ------------ Dienstag – 4. September 2007, 19.30 Uhr Vortrag: „Schule-Hort-Kindergarten-Gemeinde-Stadtteil – eine gute Mischung“ Prof. Dr. Frieder Harz, Ev. Fachhochschule Nürnberg ------------ Mittwoch 5. September 2007, 17 Uhr „Gedanken wollen fliegen“ – Ein Konzert mit Kinderliedern von Toni Geiling. Eintrittskarten zu 3 Euro (Kinder) und 5 Euro (Erwachsene) können Sie im Pfarrbüro der Martinsgemeinde Bernburg, Martinstraße 5 erwerben. Mo, Di, Do, Fr 9.30-12 Uhr und Di 15-18 Uhr ------------ Donnerstag 6. September 2007, 19.30 Uhr Vortrag Dr. Matthias Hahn (Pädagogisch-Theologisches Institut Drübeck) und Podiumsdiskussion: „Was leisten evangelische Schulen?“ Dorothee Mücksch, Aschersleben – Stadtratsvorsitzende und Schulgründerin Berit Kuhn, Bernburg – Schulleiterin Ev. Grundschule Bernburg Andreas Stromer, Nienburg – Elternvertreter und Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Kirchenrat Marco Eberl, Eisenach – Föderation Ev. Kirchen in Mitteldeutschland, Schulreferent Jörg Schulz, Hannover – Ev. Schulstiftung in der EKD, Referent für Schulentwicklung Oberkirchenrat Manfred Seifert – Schuldezernent Ev. Landeskirche Anhalts, Dessau-Roßlau Moderation: Ulrich Wittstock, MDR-Figaro ------------ Freitag 7. September 2007, 19.30 Uhr Vortrag Susanne Drewniok: „Lernort Kirchenraum“ ------------ Sonnabend – 8. September 2007, 9:30 Uhr Kirchenerkundung mit Kindern (Susanne Drewniok) ------------ Sonntag 9. September 2007, 10 Uhr Gottesdienst mit Partnern aus England (Leeds) und der Pfalz (Frankenthal) Anschließend zum „Tag des offenen Denkmals“ Führung durch das Martinszentrum mit dem Architekten Gunnar Volkmann, Leipzig.

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