Denkmäler für Unbeachtete

Aus den Gemeinden: Ausstellung „HAUPTSache Mensch” auch in Dessau

Charakterköpfe sind in der Ausstellung „HAUPTSache Mensch” in der Dessauer Georgenkirche zu sehen.

Dessau-Roßlau – Nach Präsentationen in Bernburg und Köthen ist die Ausstellung „Hauptsache Mensch” mit Kopfporträts aus Ton nun auch in Dessau zu sehen. Eröffnet wird die Schau der Berliner Künstler Harald Birck und Cordula Watzek am Samstag, 20. Februar, 10.00 Uhr in der Kirche St. Georg Dessau. Für die rund 20 überlebensgroßen und verfremdeten Tonplastiken standen und saßen ausnahmslos Anhalter Porträt, jedoch nicht Prominente, sondern mehrheitlich Menschen, die sonst wenig beachtet werden – etwa Bewohner von Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen. Damit werden die Exponate zu „Denkmälern für Unbeachtete”.

Dietrich Lauter, Kreisoberpfarrer des Kirchenkreises Köthen und Initiator der Ausstellung, sieht in den Arbeiten von Birck und Watzek einen direkten Bezug zur Kunstauffassung Kurt Weills und Bertolt Brechts, die beim Dessauer Kurt-Weill-Fest bald im Mittelpunkt stehen: „Weill und Brecht haben in ihren gemeinsamen Werken gerne mit Verfremdung gearbeitet, um Sehgewohnheiten zu stören und den Betrachter zur aktiven Mitgestaltung des Geschehens zu bewegen. Namenlose Figuren stehen gleichnishaft für typische menschliche Existenzen, Genres werden in andere Zusammenhänge verlegt und einfache Menschen werden auf einmal Hauptdarsteller ihrer meist ungerechten Verhältnisse.”

Pfarrer Martin Kanzler-Stegmann, der das Projekt begleitet, sagt: „Beim Modellieren erlebten die Porträtierten eine besondere Wertschätzung, weil sie umfassend wahrgenommen und wiedergegeben wurden. Sie öffneten sich und erzählten aus ihrem Leben. Auf diese Weise ‚tönen‘ die Tonköpfe als Momentaufnahmen eines ganzen Lebens: von Hoffnung und Zweifel im Alter und bei Demenz; wie Leidenschaft und Selbstvertrauen Widerstände überwinden helfen und die Liebe Eltern oder Ehepartner trägt; wie stark Menschen trotz Verletzlichkeit des Lebens durch ihren Glauben werden – ob bei gesundheitlichen oder gesellschaftlichen Behinderungen oder gar Krieg und Flucht.“

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei, zu sehen ist sie voraussichtlich bis Ostern in der Dessauer Kirche St. Georg, Georgenstraße 15, zu folgenden Zeiten: Mo – Fr 10-12 Uhr, Do und Fr zusätzlich 15-17 Uhr, Sa 10-13 Uhr.

Auskunft erteilt: Martin Kanzler-Stegmann, Tel. 0172 / 3922385


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