Heft „Orte der Reformation – Anhalt“

Landeskirche: Heft bei der Ev. Verlagsanstalt erschienen

Cover des Magazins Orte der Reformation – Anhalt

Pünktlich zum Reformationstag lädt ein druckfrisches Magazin dazu ein, die historische Region Anhalt und ihre Reformationsgeschichte zu erkunden. In der renommierten Reihe „Orte der Reformation“ der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig ist die 80 Seiten starke Publikation als fünftes Heft nach Veröffentlichungen zu Nürnberg, Eisenach, Lutherstadt Wittenberg und Erfurt erschienen. Herausgegeben wurde Magazin von der Evangelischen Landeskirche Anhalts, deren Pressestelle auch die Redaktion übernommen hat.

Neben umfangreichen Informationen ist es hochwertig bebildert. Im Vorwort heißt es: „Anhalt ist ein bedeutender Schauplatz der Reformation. Zerbst und Köthen gehörten nach Wittenberg zu den ersten Städten in Deutschland, die evangelisch wurden. Georg III., Fürst von Anhalt, wurde von Martin Luther zum ersten evangelischen Bischof ordiniert. Und sein Vetter Fürst Wolfgang war Mitunterzeichner aller wesentlichen Dokumente der Reformation. Dieses Heft nimmt Sie mit auf eine Reise durch Anhalt und zu den Orten wichtiger reformatorischer Ereignisse von Zerbst bis Gernrode. Nur in wenigen Regionen dürfte die konfessionelle Entwicklung derart vielfältig gewesen sein wie in Anhalt, wo Lutheraner und Reformierte sich in beständiger Konkurrenz befanden und doch auch ihren Frieden miteinander fanden.“

Überblicksartikel in dem Magazin sind den Chancen der Region Anhalt (Kirchenpräsident Joachim Liebig), ihrer Geschichte (Dr. Jan Brademann) und der Reformationsgeschichte (Pfarrer Dr. Achim Detmers) sowie der Verbindung zwischen Reformation, Aufklärung und Moderne (Andreas Hillger) gewidmet. Ebenso werden aber auch weltliche Sehenswürdigkeiten in Anhalt (Ilka Hillger), berühmten Persönlichkeiten Anhalts (Angela Stoye), die Evangelischen Landeskirche Anhalts und der Lutherweg (Johannes Killyen) vorgestellt. Porträtiert werden darüber hinaus mit den Fürsten Wolfgang (Günter Preckel) und Georg III. (Angela Stoye) zwei Protagonisten der Reformation in Anhalt.

Weitere Beiträge sind der Reformationsgeschichte einzelner anhaltischer Orte gewidmet: Dessau (Günter Preckel), Harzgerode, Ballenstedt, Frose, Bernburg, Zerbst, Wörlitz und Coswig (Matthias Prasse), Hecklingen (Pfarrer Christfried Kulosa), Nienburg (Pfarrerin Christine Reizig), Oranienbaum (Pfarrerin Bärbel Spieker), Köthen (Christian Ratzel) und Gernrode (Sandy Fiedler). Abgerundet wird das Heft von Einblicken in die anhaltische Küche (Rolf Kohlmeyer), einem kurzen Glossar zur anhaltischen Mundart, Erläuterungen zum Unterschied zwischen „Anhaltinisch“ und „Anhaltisch“ (Kreisoberpfarrer i.R. Alfred Radeloff), der Weihnachtsgeschichte auf Anhaltisch (Pfarrer i.R. Armin Assmann) und einem Interview mit einem gebürtigen Dessauer, der Theater- und Comedylegende Dieter Hallervorden. Fotografen des Heftes sind unter anderem Jürgen Meusel, Thomas Klitzsch, Engelbert Pülicher, Christian Ratzel, Chris Wohlfeld und Johannes Killyen. Für das Layout zeichnet Nina Hitze (Agentur Nordsonne Berlin) verantwortlich.

Heft „Orte der Reformation – Anhalt“

Magazin mit zahlreichen Abbildungen

Evangelische Verlagsanstalt Leipzig, 80 Seiten,
ISBN 978-3-374-03066-8, 9,90 Euro
Bezug über den Buchhandel

DVD „Fürsten zwischen Glaube und Vernunft”

Zum Jubiläumsjahr „Anhalt 800“ ist jetzt auf DVD ein Film erschienen, der die Geschichte der Reformation und der evangelischen Kirche in Anhalt nachzeichnet. Produziert und gedreht haben ihn im Auftrag der Evangelischen Landeskirche Anhalts Pfarrer Dr. Achim Detmers und der Filmemacher Konrad Schmid. Der Dokumentarfilm mit dem Titel „Fürsten zwischen Glaube und Vernunft – die andere Reformation Anhalts“ enthält zahlreiche Interviews und Bilder von Schauplätzen in Anhalt.

Zudem treten Fürstin Anna von Anhalt-Bernburg und ihr Gatte Christian I. in einen fiktiven Dialog und berichten unterhaltsam und anschaulich über die anhaltische Reformation. Der Dokumentarfilm zeichnet die markanten Wendepunkte der anhaltischen Kirchengeschichte nach und zeigt, wie sich die Evangelische Landeskirche Anhalts damals den Herausforderungen gestellt hat – und heute weiterhin stellt. Hintergrund

Durch die Nähe zu Wittenberg fand die Reformation auch in Anhalt Einzug. Die anhaltischen Fürsten setzten die Ideen Luthers und Melanchthons rasch um. 1534 war das ganze Fürstentum protestantisch, 50 Jahre später jedoch wandten sich die anhaltischen Fürsten dem Calvinismus zu. Diese Öffnung für den französisch-schweizerischen Protestantismus hat Anhalt nachhaltig geprägt, ebenso wie der 30-jährige Krieg und die beginnende Aufklärung.

Anhalt wurde in die konfessionellen Auseinandersetzungen Europas hineingezogen. Verschiedene Heere verwüsteten Städte und Dörfer, ganze Landstriche wurden entvölkert. Erst die Aufklärung brachte ein neues Lebensgefühl und die Erkenntnis, dass die religiösen Streitereien nur durch Toleranz und Gewissensfreiheit überwunden werden können.

Dr. Achim Detmers ist anhaltischer Pfarrer und war 2008/2009 Beauftragter für das Calvinjahr der Evangelischen Kirche in Deutschland. Seit 2012 ist er Rektor des Kirchlichen Fernunterrichtes der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Konrad Schmid ist Gründer der Produktionsfirma Bildwerk 360 mit Sitz in Heimsheim (nahe Stuttgart) und arbeitet seit 2007 als Filmemacher. Er hat bereits mehrere biografische DVDs produziert.

Der Film „Fürsten zwischen Glaube und Vernunft – die andere Reformation Anhalts“ ist bei der Pressestelle der Landeskirche für 9,80 Euro erhältlich (Kirchengemeinden, Werke und Einrichtungen 7 Euro), Tel. 0340 / 2526-101 oder E-Mail: presse@kircheanhalt.de, alternativ auch bei der Ev. Buchhandlung Johannisstraße für 9,80 Euro. Vorführungsrechte für Präsentationen in Gemeindekreisen sind vorhanden.

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