Geschichte

Evangelische Frauenhilfe in Anhalt

Um der wirtschaftlichen Not Ende des 19. Jahrhunderts zu begegnen, schlossen sich 1899 mehrere karitative Frauenvereine zur Evangelischen Frauenhilfe zusammen. Auch in Anhalt entstanden darauf Frauenhilfen, 1924 wurde – mitten in der Weltwirtschaftskrise – der Landesverband gegründet. Erste Vorsitzende war Margarete Pfennigsdorf.

Zu Beginn unterstützte die Frauenhilfe vor allem Frauen in Notsituationen, doch war sie auch eine „Gebets- und Arbeitsgemeinschaft unseres Gottes” (Margarete Pfennigsdorf). Dahinter stand die feste Überzeugung, dass eine intakte Familie der Kitt für die Gesellschaft sei und den Frauen dabei eine besondere Rollen zukomme. In der NS-Zeit wurde das soziale Arbeitsfeld der Frauenhilfen bald durch nationalsozialistische Gruppen okkupiert. Sie waren nun vor allem für die Unterstützung von Müttern zuständig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg betreute die Anhaltische Frauenhilfe in erster Linie Flüchtlinge und andere Kriegsopfer. Nach dem Mauerbau wurde in Anhalt der Sinn der Frauenhilfe in ihrer bisherigen Form zunehmend in Frage gestellt, die Stärkung des Glaubens im atheistischen Kontext trat in den Vordergrund. Im Mittelpunkt stand jetzt die ganze Familie, die evangelische Frauenhilfe wurde in „Frauen- und Familienarbeit” umbenannt. In der anhaltischen Landeskirche war auch die Arbeit mit Behinderten von Bedeutung.

In den 70er Jahren traten die Themen feministische Theologie, Gerechtigkeit und Frieden in den Vordergrund. Nach der Wende wurden verstärkt arbeitslose Frauen in Projekte einbezogen, die „Frauen- und Familienarbeit” kooperiert mit kommunalen und anderen Trägern. Auch Angebote für ältere Menschen nehmen einen wichtigen Raum ein, zudem die Arbeit mit Migrantinnen u.a. aus der ehemaligen Sowjetunion. Jährlich organisiert die Frauen- und Familienarbeit, die Teil der Evangelischen Landeskirche Anhalts ist, Veranstaltungen zum ökumenischen Weltgebetstag.

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