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Hilfe im Leid

Ein Jugendlicher wird nach einem Schwächeanfall ins Krankenhaus eingeliefert. Sein Zustand ist kritisch. Eltern, Mitschüler und alle Menschen in seiner Umgebung sind geschockt. Sie nehmen Anteil. Es kann Monate dauern, bis der Körper sich von der schweren Entzündung erholt hat. Szenenwechsel: Eine alte Frau im Pflegeheim liegt hilflos im Bett. Schon seit Jahren wird sie gepflegt. Sie ist kaum ansprechbar. Ob sie ihre Kinder erkennt, weiß man nicht. Eine Besserung ist nicht mehr zu erwarten.

Szenenwechsel: Ein Mann erfährt nach einem Arztbesuch die Diagnose, die sein ganzes Leben verändert. Wie soll es nun weitergehen, wenn die Gesundheit zusammenbricht? Seine Familie, Freunde und Kollegen stehen ihm zur Seite.

Was diesen frei Menschen widerfährt, zeigt: Leid und Unglück können uns jeden Tag treffen. Plötzlich ist alles ganz anders. Was vorher wichtig war, wird auf einmal zur Nebensache. Ganz unvorbereitet stehen wir einer Krankheit und anderen schlimmen Ereignissen gegenüber. Schnell werden Menschen in einer solcher Situation aus der Bahn geworfen.

In diesen Wochen der Passionszeit, zwischen Aschermittwoch und Ostern, werden wir an das Leiden Jesu erinnert. Nach Fasching und Karneval folgt die Zeit für Besinnung. ‚Stille Zeit' wird die Passionszeit auch genannt.

In den Evangelien, im Neuen Testament, wird die Leidensgeschichte Jesu erzählt. Wir erfahren, wie er mit dem Leid der Menschen in seiner Umgebung umgegangen ist und wie er sein eigenes Leid getragen hat. Jesus hat sich den Menschen zugewandt. Er war ansprechbar für Kranke und Leidende. Er hat ihnen Perspektiven eröffnet und Gottes Liebe zugesprochen. Von Jesus können wir lernen, mit eigenem Leid umzugehen und Menschen zu begleiten, denen es schlecht geht.

Horst Leischner
Pfarrer an der St.-Jakobs-Kirche Köthen

Evangelische Landeskirche Anhalts
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