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Geschichte und Bekenntnis

Fürst Georg III von Anhalt-Dessau

Zwischen Fläming und Harz gelegen, von Elbe, Mulde und Saale durchzogen, ist das Gebiet der Evangelischen Landeskirche Anhalts nahezu identisch mit dem einstigen Fürstentum, späteren Herzogtum und dem nach 1918 entstandenen Freistaat Anhalt. Die Evangelische Landeskirche Anhalts umfasst heute Gemeinden in rund 154 Dörfern und Städten.

Die Nähe Wittenbergs bewirkt, dass Martin Luther und Philipp Melanchthon oftmals in Anhalt sind. 1522 predigt Martin Luther in Zerbst. Fürst Wolfgang von Anhalt-Köthen unterschreibt die Protestation zu Speyer (1529) und die Confessio Augustana (1530). 1534 wird schließlich auch in Anhalt-Dessau unter Fürst Georg III. (der Gottselige) das Abendmahl in beiderlei Gestalt gereicht. 1541 werden alle in Anhalt amtierenden Pfarrer auf die Lutherbibel verpflichtet. Ab 1578 werden die anhaltischen Kandidaten nicht mehr in Wittenberg, sondern in Zerbst ordiniert. Von diesem Zeitpunkt an kann man von einer selbständigen Landeskirche reden.

Anhalt ist im Jahrhundert der Reformation zunächst eindeutig lutherisch geprägt. 1606 tritt das gesamte Fürstentum Anhalt zur reformierten Konfession über. Das Fürstentum Anhalt-Zerbst kehrt jedoch 1644 zum lutherischen Bekenntnis zurück. Damit existieren in Anhalt beide Konfessionen. Der Pietismus bleibt ohne nachhaltige Auswirkungen.

Dagegen wird die Aufklärung unter Fürst Leopold Friedrich Franz (1740-1817) zur prägenden Kraft. Sie erfährt nicht nur im Philanthropinum (Basedow) und dem ersten Landlehrerseminar in Deutschland (Wörlitz), sondern auch in der Parklandschaft des Dessau-Wörlitzer Kulturkreises ihren bis heute erlebbaren Ausdruck.

Die Superintendenten Krummacher (Bernburg 1820) und de Marées (Dessau 1827) sind die Wegbereiter der Union in Anhalt. Ab 1865 unterstützen ein einheitliches Konsistorium, ab l875 eine Kirchengemeindeordnung und ab 1878 eine Synodalordnung das erneute Zusammenwachsen zu einer Landeskirche. 1920 nennt die erste Verfassung der Evangelische Landeskirche Anhalts keine Bekenntnisschrift mehr namentlich, um konfessionelle Gegensätze nicht wieder aufbrechen zu lassen.

1960 wird die Evangelische Landeskirche Anhalts Gliedkirche der Evangelischen Kirche der Union (EKU, seit 2003 Union Evangelischer Kirchen, UEK). Die Evangelische Landeskirche Anhalts ist Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Kirchen im In- und Ausland. In vielen Bereichen kooperiert die Evangelische Landeskirche Anhalts mit der benachbarten Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

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Evangelische Landeskirche Anhalts
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Telefon: 0340 / 2526-0, Fax: 0340 / 2526-130