Johanneskirche Goltewitz

Johanneskirche Goltewitz

Nur ein Kilometer entfernt von Oranienbaum liegt das ehemals kursächsische, später provinzpreußische Dorf Goltewitz, dass erst Anfang der 1940er Jahre nach Anhalt zugeordnet wurde. Am südwestlichen Rand des Dorfes auf leicht erhöhtem Platz steht die etwas unscheinbare, aber sehr ursprünglich wirkende Feldsteinkirche aus dem 13./14. Jahrhundert.

Die Kirche weist eine besondere Individualität auf. Sie ist eine mehrmals veränderte, im Kern frühgotische rechteckige Saalkirche mit platt geschlossenem Chor aus dem ausgehenden 14. Jahrhunderts in Feldstein, mit einem jüngeren niedrigen Westturm in Backstein. Dieser trägt gewissermaßen als Sockelbau ein bis zum Dachfirst reichendes, holzverschaltes Glockengeschoss mit einem Schiefer gedeckten Pyramidendach.

In diesem Glockengeschoss des später hinzu gebauten Westturms befindet sich eine der ältesten Glocken Anhalts mit der Jahresprägung 1371 – möglicherweise ein Hinweis auf die Erbauungszeit der Kirche. Das Kirchenschiff selbst besitzt aus verschiedenen Bauphasen Fenster unterschiedlicher Höhe und Breite. Nicht zuletzt die mächtige Eichentür weist auf den einstigen Wehrcharakter der Kirche hin. Der einzige Eingang durch ein Spitzbogenportal aus dem 15. Jahrhundert wurde im 19. Jahrhundert mit einer neuen Vorhalle überbaut. Das Innere ist mit einer flachen, felderartig markierten Holzdecke und Hufeisenempore versehen.

Der intime Innenraum wird von einem beeindruckenden, gotischen Flügelaltar (Retabel) dominiert. Darauf werden in Malereien und Schnitzwerk verschiedene Heilige und die Marien dargestellt. Das Retabel ist unbekannter Herkunft und stammt wahrscheinlich aus dem frühen 16. Jahrhundert. Ein Besuch der Kirche lohnt sich und verspricht viele Entdeckungen!

Gottesdienste

  • monatlich auf Rückfrage

Besichtigung

  • Gartenreichtag, Tag des Offenen Denkmals, von Ostern bis Oktober auf Anfrage

Kontakt

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