Herbtssynode 2025
Rede von Präses Andreas Köhn

Präses Andreas Köhn bei der Eröffnungsrede


Die Rede zum Download


(Es gilt das gesprochene Wort.)

Liebe Schwestern und Brüder,

in dieser Synode – nach meinem Gefühl die Erste, bei der man endlich auch mal inhaltlich arbeiten kann – haben wir wieder ein ordentliches Pensum vor uns. Nachdem Gestern im geschwisterlichen Gespräch etwas von einer Idee für die nächsten Jahre zu spüren war, oder soll ich sagen – unsere Glaskugel ist ins Rollen gekommen – , werden wir heute und morgen weitere gesellschaftlich relevante Themen Aufgreifen und Bearbeiten

Erlauben Sie mir, abgekoppelt von den Berichten des Landeskirchenrates, einen kleinen Rückblick auf die vergangenen Monate.

Frau Bönsch ist am 23.05. in Braunschweig gewählt und hat zum 01.08.2025 dort ihren Dienst angetreten. Für diesen neuen Abschnitt ihres Dienstes als Kirchenbeamtin wünschen wir ihr Gottes Segen.

Die Juristische Begleitung unserer Landeskirche ist für einen gewissen Zeitrahmen (vorerst bis 31.12.2025 und jederzeit kündbar) durch einen Vertrag mit der EKBO gewährleistet. Seit 1.6. unterstützt uns Frau Burckgard als Justiziarin zur vollsten Zufriedenheit im Tagesgeschäft und Im Landeskirchenamt ist wieder ein positives Arbeitsklima spürbar.

An diese Stelle ausdrücklich der Dank der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Landeskirchenamtes für die Unterstützung, die sie durch Sie liebe Schwestern und Brüder durch ihr synodales Handeln bekommen haben.

Aber all das hat Zeit und Kraft gekostet und mit der Selbstbeschäftigung, beginnend mit dem langen Wahlprozedere für einen neuen Kirchenpräsidenten, dem Abwahlprozess der vergangenen Tagung, dem Hinterherlaufen an nötigen Gesetzesänderungen; ist das Fit-Machen für die Zukunft ins Hintertreffen geraten. Anhalt hat schon einiges getan, aber grundlegende Veränderungen wurden verzögert.

Dieser Aufbruch ins Ungewisse liegt also noch vor uns, denn alle Strukturen, mit denen wir jetzt noch arbeiten müssen – wenn wir uns den verfassungsmäßigen Rahmen und die darauf aufbauenden Gesetzlichkeiten anschauen, – passen nicht mehr auf die rapide schwindenden Mitgliederzahlen. Das fängt bei der Größe der Kirchenkreise an und hört bei der Besetzung der Gemeindekirchenräte noch nicht auf. Unsere Pfälzer Partnerkirche hat in ihrer Frühjahrssynode Weichen gestellt, die eine Reduzierung der Ausgaben in den nächsten 10 Jahren von über 40% vorsieht. Um dieses zu erreichen, muss Kirche als „Dienstleister“ neu gedacht und aufgestellt werden. Über unsere Zahlen und Zukunftsansätze dann konkret in den Tagesordnungspunkten.

Sie als Synodale haben es quasi in der Hand bei der Umgestaltung und Verschlankung unserer Anhaltischen Landeskirche konstruktiv mitzuarbeiten. Sie sind in den Gemeinden vor Ort und sehen selbst, dass es an allen Ecken und Enden fehlt, nicht nur an Hauptamtlichen, sondern im Ehrenamt und an erreichbaren Menschen, die mit Kirche noch etwas anfangen (können). Dazu gleich noch eine Frage an Sie selbst. Wer engagiert sich in einem Hauskreis und ist außer zum sonntäglichen Gottesdienst mit Bibeltexten beschäftigt (die Pastores und weitere MA im Verkündigungsdienst mal ausgenommen)?

Kirche ist jeder Einzelne von uns. Dazu ein Zitat über die Herausforderung unseres Glaubens: „Für die meisten Menschen sind lebendige Christen die einzige Bibel, die noch gelesen wird.“ In diesem Sinn lassen Sie uns mit Gottes Hilfe froh in unsere Tagung starten, denn wenn auf einem Buchcouvert ein freundliches Gesicht zu sehen ist, dann wird die Lust am Lesen größer …