Sandsteinskulpturen zurück in Zerbst

Aus den Gemeinden: Ermittlungserfolg nach 13 Jahren

Berlin und Zerbst – Zwei seit 13 Jahren vermisste Sandsteinskulpturen sind heute an ihren angestammten Platz auf den Frauentorfriedhof in Zerbst zurück gekehrt. Rene‘ Allonge von der Polizei Berlin, Abteilung Kunstdelikte, hat die beiden Figuren nach Zerbst gebracht und dem Eigentümer übergeben.

Übergabe der gestohlenen und nun wiedergefundenen Sandsteinskulpturen auf dem Friedhof in Zerbst (Foto: Susanne Reh)

Sie wurden im Mai 2025 von der Berliner Polizei bei einer Diebes- und Hehlerbande sichergestellt. Die Figuren konnten von den Ermittlern einer im ausgehenden 18. Jahrhundert angelegten Grabanlage auf dem Frauentorfriedhof in Zerbst zugeordnet werden.

Der Eigentümer der Grabanlage, der Zerbster Metallbaumeister Klaus Partheil sagte bei der Übergabe: „Die Anlage gehört der Familie in zehnter Generation. Mit großer Freude haben wir heute die Figuren entgegengenommen. Die Freude ist vor allen Dingen darin begründet, dass es nach 13 Jahren einfach eine Überraschung war. Wir haben nicht mehr damit gerechnet. Die Figuren kommen wieder auf den Sockel, auf jeden Fall.“ Zuvor sollen sie noch untersucht, gesichert und danach wieder fest verankert werden.

Großes Medieninteresse bei der Übergabe der Skulpturen (Fotos: Susanne Reh)

Groß die Freude auch beim Zerbster Pfarrer Albrecht Lindemann: „Dass in Berlin die Zuordnung des Diebesgutes nach Zerbst gelang, das ist natürlich für uns toll. Es ist eine schöne Geschichte, die man erzählen kann und nicht eine Fehlstelle, die erklärt werden muss.“ Die Hoffnung auf die Rückkehr der Figuren nach der langen Zeit war bei allen Beteiligten längst verschwunden und die leeren Sockel sorgten nicht nur bei Friedhofsführungen regelmäßig für Verdruss. Familie Partheil und die Kirchengemeinde St. Bartholomäi sind den Berliner Ermittlern überaus dankbar.

Hier können Sie den Beitrag im MDR-Fernsehmagazin „Sachsen-Anhalt heute“ sehen.

Bei Durchsuchungen der Grundstücke eines inzwischen 56-Jährigen aus Berlin und seiner Komplizen hatte die Polizei in Berlin im Mai 2026 zahlreiche Kunstgegenstände sicher gestellt. Darunter Bronze- und Steinskulpturen sowie eine Vielzahl historischer Zäune. Die Täter hatten seit Jahren auf Friedhöfen, meist im Norden Deutschlands, alles Stehlenswerte an Kunst mitgenommen, um dieses gewinnbringend zu veräußern. Der Gesamtwert der entwendeten Gegenstände beläuft sich auf mehr als 400 000 Euro, so Kriminalhauptkommissar René Allonge bei der Übergabe in Zerbst . Insgesamt konnten der Bande 74 Taten nachgewiesen werden. „Auch für uns ist solch eine Rückgabe ein positives Ende.“ Für andere Exponate, vor allem für historische Zaunanlagen, fehlten noch die rechtmäßigen Eigentümer, so Allonge.

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