Dessau, St. Johannis, Geläut

Das Geläut der Dessauer Kirche St. Johannis, Foto: Heiko Rebsch

Apolda gilt bis heute als Synonym für Glockengießerkunst. Eine jahrhundertelange Tradition, die mit den Namen der Familien Ulrich und Schilling verbunden ist, machte Apolda zur „Glockenstadt“. Die beiden Glocken im Turm von St. Johannis in Dessau stammen von Vertretern der Familie Schilling und zeugen von der letzten und der vorletzten Epoche der Apoldaer Glockengießkunst.

Die kleinere der beiden Glocken entstand im Jahr 1925 – das war kurz nach dem Guss eines bekannten Apoldaer Aushängeschilds, des „Dicken Pitter“ für den Kölner Dom, der bis vor wenigen Jahren größten freischwingenden Glocke der Welt. Die große Glocke wurde 1960 gegossen und entstammt noch den Jahren der Schillingschen Gießkunst, in denen sich die künftige Enteignung des Betriebs möglicherweise gerade erst abzeichnete.

So klingen die Glocken von St. Johannis

Aufnahme: Johannes Killyen
Text: Pfarrer Kornelius Werner, Glockensachverständiger der Ev. Landeskirche Anhalts

Der Wochenspruch für die 25. Kalenderwoche: Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. (Lk 19,10)