Dorfkirche Serno, Stabgeläut

Eine Seltenheit begegnet dem Besucher der Dorfkirche von Serno im Fläming. Im Turm des 1829/30 erbauten Gotteshauses befinden sich keine schwingenden Bronzeglocken, sondern drei gebogene, stabförmige Stahlblätter. Sie haben eine andere Klangcharakteristik als ein „normales“ Geläut, klingen jedoch in einer üblichen Tonlage und in einem geläufigen dreistimmigen Motiv, dem „Gloria“. Hölzerne Schlaghämmer setzen das sogenannte Stabgeläut in Aktion. Diese werden mittels Zugverbindungen (Abstrakten) von einer mit nockenartigen Hebefingern bestückten Walze betätigt.
Wer das Instrument läuten will, dreht diese Walze mit Hilfe eines eisernen Getriebes an einer Kurbel. Die Konstruktion ähnelt damit einer riesigen Spieluhr. Entworfen wurde dieses Instrument von dem Ingenieur Henning aus Coswig, umgesetzt von dem Roßlauer Schmied Gottlieb Sachsenberg im Jahr 1830.
Aufnahme: Stani Kerkow
Text: Pfarrer Kornelius Werner, Glockensachverständiger der Ev. Landeskirche Anhalts
Foto: Johannes Killyen
Der Wochenspruch für die 22. Kalenderwoche: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. (2. Kor 13,13)