Ev. Kirche Rehsen,Glocke 1 von 1628

Zu den Berufszweigen, die im Laufe der Jahrhunderte Dynastien ausbildeten, gehörten und gehören auch die Glockengießer. Das Geheimnis der „Rippe“, also der Formschablone, mit deren Hilfe jeder Glocke ihr individuelles Profil eingeformt wird, gibt der Gießer exklusiv an die nächste Generation weiter.
Eine der wirkmächtigsten Gießerfamilien im sächsischen Raum waren die Hilligers, später auch „Hilger“ genannt. Über 300 Jahre hinweg wurden bei ihnen in Freiberg Glocken gegossen. Herausragende Vertreter der Familie sind Oswald und Martin Hilliger.
Ihre Meisterwerke kann man bis heute vom Turm des Freiberger Doms und der Naumburger Wenzelskirche hören und bestaunen. Von einst drei Hilliger-Glocken in Anhalt sind bis zwei erhalten geblieben. Eine hängt im Kirchturm in Priorau. Die andere stammt aus der siebten Generation – von Gabriel und Zacharias Hilger – und läutet seit 1628 in Rehsen an der östlichen Grenze der Landeskirche.
Text: Pfarrer Kornelius Werner, Glockensachverständiger der Ev. Landeskirche Anhalts
Aufnahme: Pfarrer i.R. Christoph Werner
Foto: Heiko Rebsch
Der Wochenspruch für die 18. Kalenderwoche
„Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.“ (Ps 98,1)