St. Stephani Gernrode, Barbarossaglocke
Mindestens bis zum 12. Jahrhundert wurden Glocken so hergestellt, wie es um 1125 der Mönch Theophilus aufgeschrieben hat. In seiner Schrift „Schedula diversarum artium“ beschreibt er das sogenannte Wachsausschmelzverfahren. Die zu gießenden Glocken werden eins zu eins in Wachs geformt. Inschriften und Verzierungen, die auf der Glockenoberfläche erscheinen sollen, werden in der „falschen“ Wachsglocke einfach eingeritzt. Die kleine Läuteglocke im Stephaniturm von Gernrode bezeugt unfreiwillig, dass sie offensichtlich nicht mehr in Wachs geformt, sondern im bis heute üblichen Lehmformverfahren gefertigt wurde: Ihre Inschrift „Frideric(us)“ erscheint nämlich spiegelverkehrt. Offenbar hat der Künstler die Schrift in den Lehm des Glockenmantels eingeschrieben – ohne jedoch die Seitenvertauschung auf dem Guss zu beachten.
Die Barbarossaglocke und das komplette Geläut zum Nachhören
Der Wochenspruch für die neue Woche
Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.
(Hebr 3,15)