Die Herbstsynode beendet ihre Beratungen

Landeskirche: Intensiver Austausch über anstehende Reformen

Dessau-Roßlau – Die Herbstsynode der Evangelischen Landeskirche Anhalts ist beendet. Präses Andreas Köhn sagte zum Abschluss: „Ich gehe mit einem guten Gefühl aus dieser Synode.“ Die Synodalen hatten am Samstag dem zuvor in einigen Punkten leicht angepassten Strategiepapier „Anhalt 2035“ zugestimmt.

Am Nachmittag beschlissen die Synodalen zudem den Haushalt 2026. Trotz der angespannten Situation geht die Landeskirche mit soliden Finanzen ins kommende Jahr. Hier finden Sie Dokumente, Pressemitteilungen, Redeskripte und Berichte



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Der Tagungsort: Das Gemeinde- und Diakoniezentrum St. Georg


Samstag, 22.11.2025

17:25

Bilanzierende Worte

Kirchenpräsident Karsten Wolkenhauer misst den Beschlüssen zum „Strategiepapier 2035“ höchste Bedeutung bei: „Die Synode hat den Weg geebnet für Reformen, mit denen wir die Landeskirche zukunftsfähig machen werden. Dass diese Veränderungen auch für Ängste und Befürchtungen sorgen,liegt in der Natur der Sache – hier wollen und werden wir eng im Gespräch mit der Basis bleiben und zuhören. Die intensive Auseinandersetzung der Synodalen und ihre klare Zustimmung zum neuen Kurs hat deutuch gezeigt, dass wir in der Landeskirche die Kraft, die Kreativitat und den Glauben haben, um diesen Weg zu gehen.“

Präses Andreas Köhn war am Ende der Synode zufrieden. Die zwei Tage hätten viele Impulse gebracht. Er erinnerte an den Vortrag von Stefan Werner von der Evangelischen Landeskirche in Württembergs, der mit externem Blick auf die Reformen in Anhalt schaute und der Synode bestätigte, genau auf dem richtigen Weg zu sein. Es sei gut zu wissen, dass andere vor ähnlichen Herausforderungen wie Anhalt stehen und man einander helfen könne. „Ich gehe mit einem guten Gefühl aus dieser Synode“, bilanzierte Andreas Köhn.

17:15

Die Herbstsynode ist beendet. Es geht ans Aufräumen.

17:00

Der Präses dankt den Organisatorinnen und Organisatoren der Herbstsynode. Hier im Bild Katrin Leszczyk, die das Synodalbüro leitet.

16:45

Abschließende Worte. Präses Andreas Köhn gibt die nächsten Synoden-Termine bekannt: Am 17. und 18. April 2026 treffen sich die Synodalen zur Frühjshrsynode. Die nächste Herbstsynode findet am 13. und 14. November 2026 statt.

15:00

Die Herbstsynode neigt sich dem Ende entgegen. Mit etwas Verspätung. Der intensive Austausch über das Strategiepapier hat den Zeitplan aus den Angeln gehoben.

Jetzt läuft die Debatte über eine Stellunnahme zum Umgang menschenverachtenden Weltbildern.

14:45

Die Synode hat dem Haushalt für 2026 zugestimmt. Er sieht Ausgaben und Einnahmen in Höhe von ca. 19,49 Millionen Euro vor. Damit liegt das Volumen des Haushalts etwa auf dem Niveau des Vorjahres (19,26 Millionen Euro) Haupteinkünfte sind Einnahmen aus Kirchensteuern (5,7 Millionen Euro für 2026 gegenüber 5,4 Millionen Euro für 2025) Staatsleistungen (4,2 Millionen Euro gegenüber 4,0 Millionen Euro für 2025), dem kirchlichen Finanzausgleich (3,22 Millionen Euro gegenüber 3,45 Millionen Euro für 2025).


14:25

Die Synode stimmt Punkt 5.10. mit vier Gegenstimmen und zwei Enthaltung zu:

Die Landessynode wolle beschließen, die Kirchenleitung zu beauftragen, in Abstimmung mit dem kirchlichen Bauamt und dem Ausschuss Gesellschaft-Bildung-Kirchenentwicklung ein zentrales Gebäude- und Grundstücksmanagement zu installieren. Dabei ist im Hinblick auf Friedhöfe und Grundstücke eine zentralisierte Verwaltung zu etablieren. Bezüglich der Gebäude soll auf der Grundlage von Ent- scheidungen in den Verbünden eine Klassifikation ermöglicht werden zwischen solchen Versammlungsorten, die von der Landeskirche gefördert werden, Orten, die autonom weiter erhalten und genutzt werden, und Orten, die nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt und unterhalten werden.

14:20

Die Synode stimmt Punkt 5.9. mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung zu:

Die Synode wolle beschließen, die Kirchenleitung zu beauftragen, in Abstimmung mit dem Kuratorium und dem Vorstand der Stiftung Evangelisches Anhalt zu prüfen, inwieweit es sinnvoll und machbar ist, diese Stiftung langfristig zum Träger der Identität der Landeskirche aufzubauen. Dafür ist eine Erhöhung des Stiftungskapitals ebenso zu prüfen wie eine Optimierung ihrer Organisationsstruktur dahingehend, dass sie auch und gerade im Fall der Auflösung der Landeskirche unmittelbar und dauerhaft verfassungsmäßig handlungsfähig bleibt.

14:15

Die Synode stimmt Punkt 5.8. einstimmig zu. Zuvor ist der Passus über eine mögliche Fusion gestrichen worden:

Die Synode wolle beschließen, die Kirchenleitung zu beauftragen, so bald wie möglich Gespräche mit anderen Landeskirchen aufzunehmen und Möglichkeiten der Kooperation zu erörtern. Die Kirchenleitung berichtet der jeweils folgenden Tagung der Landessynode über den Stand der Gespräche in geschlossener Sitzung.

14:10

Die Synode stimmt Punkt 5.7. mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung zu:

Der Text ist zuvor an mehreren Stellen angepasst worden. Dieser veränderte Text wird später bereitgestellt.


13:45

In Teil 2 von Punkt 5.6. werden mehrere Änderungen eingearbeitet. Der veränderte Text und die Beschlussfassung werden nachgereicht.

Die Synode befasst sich nun mit Punkt 5.6. des Strategiepapiers. Der Punkt wurde geteilt und an einer Stelle geändert. Anschließend wurde Teil 1 mit einer Enthaltung angenommen.


13:00

Punkt 5.6. wird in vorliegender Form nicht beschlossen. Hier sind Änderungen angeregt worden. Die Synode wird sich damit nach der Mittagspause befassen.

Die Synode stimmt mit fünf Enthaltungen Punkt 5.5. zu:

Die Synode wolle beschließen, dass der Ausschuss Gesellschaft–Bildung–Kirchenentwicklung beauftragt wird, gemeinsam mit Vertretenden der Jugendarbeit, kirchlichen Fach- stellen und jungen Menschen unserer Kirche Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die insbesondere folgende Bereiche beru?cksichtigen:

Gestaltung von Gottesdiensten mit jugendgerechter und zeitgema?ßer Liturgie, Musik und Sprache,

Beteiligungsformate in kirchlichen Entscheidungsprozessen,

Räume für Diskussion, Zweifel und kreative Ausdrucksformen,

Digitale und hybride Angebote für Glaubenskommunikation und Gemeinschaft,

Qualifizierung und Begleitung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Umgang mit Jugendkultur.

Die Ergebnisse sollen bis zur na?chsten ordentlichen Tagung der Landessynode im Frühjahr 2026 vorgestellt und ggf. in kirchengesetzliche oder administrative Maßnahmen überführt werden.

12:45

Nach weiteren teils kontroversen Diskussionen über Stellpläne und Verfassungsänderungen gehen die Abstimmungen weiter.

12:15

Die Synodalen entscheiden über das Strategiepapier. Dabei wird zu einzelnen Punkten abgestimmt. Hier die Ergebnisse der Abstimmung:

Die Synode stimmt einstimmig Punkt 5.4. zu:

Die Synode wolle beschließen, den Sonderausschuss „Strategie Anhalt 2035“ zu beauftragen, den gesamten weiteren Reformprozess bis zum Ende der Legislaturperiode zu begleiten und auf Grundlage der vorliegenden Analyse bis zur Herbsttagung der Synode 2026 Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die insbeson660 dere folgende Bereiche berücksichtigen:

Schärfung des geistlichen Profils und glaubwürdige Kommunikation der kirchlichen Kernwerte,

Weiterentwicklung von Liturgie, Musik und Sprache, um die Botschaft des Evangeliums in den Ausdrucksformen und über die Kommunikations665 wege der heutigen Zeit zu vermitteln,

Ausbau und qualitative Verbesserung digitaler und hybrider Formate für Glaubenskommunikation und Gemeinschaft,

Stärkung und Qualifizierung des Ehrenamts durch erweiterte Mitgestaltungsmöglichkeiten in Gottesdiensten, Gremien und geistlichen Prozessen sowie durch gezielte Begleitung und Unterstützung ehrenamtlich Engagierter,

Maßnahmen zur Wahrung der politischen Unabhängigkeit bei gleichzeitiger klarer Positionierung für Frieden, für Versöhnung, soziale Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.


Die Synode stimmt mit drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen Punkt 5.3. zu:

Die Synode wolle beschließen, sich die Punkte 1 bis 4 des vorliegenden Papiers als Entschließung über die Zukunft unserer Landeskirche zu eigen zu machen und sie als Erörterung der weiteren Anträge des Sonderausschusses „Strategie Anhalt 2035“ gelten zu lassen.

Erörterung: Das Papier ist die Frucht einer intensiven Auseinandersetzung des Sonderausschusses mit theologischen, soziologischen und ökonomischen Einflussfaktoren. Ein solcher Text ist für die Zukunftsfähigkeit unserer Kirche unverzichtbar. Er ist unvollkommen und bedarf der Fortschreibung und auch Korrektur. Zugleich fordert der gestiegene und weiter steigende finanzielle Handlungsdruck von uns zügige Entscheidungen für eine tragfähige Transformation unserer Kirche.


12:00

Spannung im Tagungszentrum. Der Dessauer Pfarrer Janssen spitzt die Beschreibung der Lage in der Aussprache noch einmal zu: „Wir müssen uns drehen. Sonst werden wir gedreht.“ Die Abstimmungen über das „Strategiepapier 2035“ steht an.


11:45

Darum geht es: Die Zukunft der Anhaltischen Landeskirche – eine Landeskirche mit herzlichen Menschen, vitalen Gemeinden, großer Geschichte, schönen Landschaften und starkem Glauben.


11:30

Großer Gesprächs- und Austauschbedarf beim Strategiepapier. Juristin Allegra Burckgard gibt Antworten auf rechtliche Bedenken und Fragen und erläutert Aspekte des Körperschsftsrechts.

11:00

Die Synode befasst sich wieder mit dem Strategiepapier 2035

Dabei bringen die Synodalen Hoffnungen und Befürchtungen zur Sprache:
* „Das Papier kam zur rechten Zeit und ist richtig.“
* „Wir dürfen keine Ängste in unseren Gemeinden schüren, sondern sollten Zuversicht verbreiten.“
* „Wir müssen das Papier mit Besonnenheit Schritt für Schritt angehen.“

Synodaler Tiefenau spricht von schlaflosen Nächten und Bauchschmerzen: „.Ich kann dem Papier so nicht zustimmen. Ich habe Bedenken unter anderem beim Ampelsystem für Gebäude.“

Pfarrerin Spieker, die im Strategieausschus mitarbeitet, betont: „Wir haben Zielfähnchen gesetzt, um zu zeigen, wo wir hinwollen. Das bedeutet nicht, dass wir im Einzelnen exakt festgelegt haben, wie wir dahin kommen

Claudia Pöschke, die im Strategieausschus mitarbeitet, erläutert: „Wir hatten im Ausschuss auch Ängste. Wir müssen möglichst viele Menschen, viele Gemeinden mitnehmen. Werden mit dem Papier nicht allen gerecht.“

Oberkirchenrat Matthias Kopischke hebt hervor, dass das Papier ein erster Schritt sei. Man solle das es nicht zerrreden

Christoph Müller vom Gemeinschaftswerk hat schriftlich hat weitere Impulse gesetzt. Es brauche Wertschätzung für Gremien, die abgeschafft werden sollen. Es müsse Transformationsangebote für bestehende Ehrenamtliche geben.

10:20

Oberkirchenrat Christoph Stolte stellt den Bericht über die Arbeit der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, der Evangelischen Landeskirche Anhalts und der Diakonie Mitteldeutschland im Verbund „Mitteldeutschland“ vor.

Christoph Stolte erläuterte: „In den ersten drei Sitzungen hat sich die Kommission vor allem damit beschäftigt, einander kennenzulernen, eine gute Arbeitsweise zu finden, ein Awareness-Konzept zu erarbeiten und in den Austausch mit den anderen Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommissionen der EKD und Diakonie zu treten. Es steht nun an, sich Ziele für die nächsten Jahre zu setzen, eine konstruktive Zu- sammenarbeit mit der Betroffenenvertretung in Mitteldeutschland aufzubauen und ein Verfahren zu entwickeln, wie die Kommission in der Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Ge- walt vorgeht.

Hier finden Sie den gesamten Bericht.

10:00

Die Beratungen haben begonnen. Olaf Stork berichtet von der Synode der EKD. Er ist einer von zwei Synodalen der Anhaltischen Landeskirche. Außer ihm war Pfarrer Albrecht Lindemann vor zwei Wochen in Dresden. Er befasst sich in der EKD-Synode vor allem mit Fragen der Digitaklisierung. Olaf Stork hingegen fokussiert sich auf die in Dresden diskutierten Fragen um Macht und Machtmissbrauch.

09:30

In der Georgenkirche sind die Synodalen bei der Abendmahlsfeier.

In seiner Predigt sagt Kirchenpräsident Karsten Wolkenhauer: „… Habt ihr nichts gefangen, fragt Jesus die Seinen? Und sie antworten ihm: Nein. Nichts. Gar nichts.

Am Ende bekommen die Jünger, was sie brauchen. Eine unübersichtliche Zahl Fische, einfach sehr sehr sehr viele, mehr als genug zum Frühstück am See, mehr als genug für die Familien zu Hause, und für die ganze Woche. Nachdem Jesus da war und sie angesehen hat, und ihnen ganz ruhig gesagt hat: „Netze und Angeln raus. Behaltet euren Standpunkt im Boot, aber ändert die Richtung. Wechselt die Perspektive, und macht weiter. Bleibt dran.“

Macht weiter. Ladet in den Seniorenkreis ein und ladet die Konfis und die Junge Gemeinde ein, ladet die Frauen zum Frühstück und ladet zum Gottesdienst ein, ladet zum Gesprächskreis ein und zum Kirchfest. Erzählt von eurem Glauben. Geht raus und sprecht mit den Menschen. Über das was ihr erlebt, darüber, wie das Leben mit dem kranken Kind und nach dem Tod des Partners und nach dem verlorenen Streit und nach der Niederlage im GKR und nach dem Kater weitergegangen ist. Erzählt, was ihr in der Gemeinde und Gemeinschaft und mit Gott erlebt. Werft eure Netze aus, immer wieder. Das – ist euer Job. Das ist eure Aufgabe. Geht fischen!

09:20

Zum Nachlesen: Die Präsentation von Stefan Werner zur „Strategie Anhalt 2035“ ist jetzt online verfügbar.

09:15

Der zweite Synodentag beginnt mit einer Abendmahlsfeier in der Georgenkirche. Anschließend sind Berichte von der EKD-Synode und aus den Ausschüssen geplant. Nach einer öffentlichen Fragestunde geht es noch einmal um das Strategiepapier 2035.

Am Nachmittag sind Beschlussfassungen vorgesehen – beispielsweise über den Haushalt 2026 und über den Wechsel der Gemeinde Quellendorf vom Kirchenkreis Dessau in den Kirchenkreis Köthen sowie über die Änderung des Kirchengesetzes über die Wahl des Landeskirchenrates. Außerdem wird sich die Synode mit dem Spannungsfeld von Kirche und Rechtsextremismus befassen.

Das Schlusswort und die Schlussandacht sind 15:15 geplant.

09:00

Auf geht’s in den zweiten Tag der Synode. Wieder dabei: Eselchen Ute & Co. Alle Synodalen haben ein solches selbstgebasteltes Stofftier bekommen. Von der Jugendgruppe in Gernrode. Sie sammelt Gelder für ein Hilfsprojekt in Nepal.

Hier gibt es mehr Informationen über die Nepal-Eselchen

08:00

Die gestrigen Beratungen der anhaltischen Landessynode sind von einigen Medien auch überregional aufgegriffen worden.

Im Mittelpunkt der Berichterstattung stand das Strategiepapier 2035 und die damit einhergehenden, tiefgreifenden Veränderungen für die kleinste Landeskirche Deutschlands.

=> Evangelische Zeitung

=> Mitteldeutsche Zeitung

=> Süddeutsche Zeitung

=> Glaube und Heimat

=> ntv

=> Wittenberg mittendrin



Freitag, 21.11.2025

17:30

Podiumsdiskussion zu Fragen von Krieg, Konflikten und Kirche. Moderiert von der Chefredakteurin der epd, Corinna Buschow. Mit diesem Austausch von Ansichten über Wehrfähigkeit, Wehrdienstverweigerung und Unterstützung der Ukraine gehen die Beratung am ersten Tag der Synode zu Ende.

17:00

Die Synode debattiert über Friedensethik und die Friedensdenkschrift der EKD. Guido Trempelmann, Synodaler aus Bernburg, sagt: Die EKD hält zwar am Leitbild des gerechten Friedens fest, verabschiedet sich aber in ihrer neuen Schrift vom kategorischen Pazifismus und betont die Legimität militärischer Verteidigung. Damit tritt Verweigerung in den Hintergrund. Zugleich steht die Frage nach Wehrpflicht oder Gesellschaftsdienst im Raum. Die EKD öffnet damit die Tür für Pflichtmodelle eine deutliche Abkehr von ihrer pazifistischen Zurückhaltung.

Doch wer Christus nachverfolgt, kann nicht bedenkenlos Waffen tragen. Praktisch bedeutet das Förderung von Wehrdienstverweigerung, zivilem Ungehorsam und Einsatz für gewaltfreie Alternativen. Margot Käßmann hat es deutlich gesagt: Der Präsident des Reservistenverbandes rechnet im Fall eines Krieges mit Russland mit täglich 5000 Soldaten toten Soldaten auf unserer Seite. Das eindeutige Zeichen gegen diesen Wahnsinn ist Kriegsdienstverweigerung Niemand niemand sollte lernen, Menschen zu töten.

16:00

Der katholische Theologe und Friedensforscher Prof. Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven spricht über Friedensliebe und Wehrhaftigkeit. Sein Exkurs über internationales Recht, den Strafgerichtshof und Konflikte bezieht auch den Krieg in der Ukraine ein.

Prof. Justenhoven schließt seine Thesen mit dem Verweis auf Versöhnung: „Und hier kommen die Kirchen wieder ins Spiel, muss über Versöhnung gesprochen werden. Noch ist nicht absehbar, wann die Kriegshandlungen zu Ende einem Ende kommen und gegenüber den betroffenen Ukrainern wage ich nicht die Forderung nach Versöhnung zu erheben. Aber als Dritte müssen wir uns fragen, wie wir heute Brücken bauen können, damit Menschen morgen darüber aufeinander zugehen können. Und ich frage mich, ist es nicht Aufgabe von Kirchen, Räume zu eröffnen, in denen sich zum Beispiel nach Deutschland geflüchtete Ukrainer und Ukrainerinnen und Russen und Russinnen begegnen können, so sieht das wollen. Oder ist es nicht unsere Aufgabe zu schauen, welche Begegnungen wieder möglich sind.“

15:30

Die Vorsitzende des Rechts- und Verfassungsausschusses, Ana Bischoff, bringt Gesetze über den Wechsel der Christophorus-Gemeinde Quellendorf vom Kirchenkreis Dessau in den Kirchenkreis Köthen ein.

15:15

Willkommen Schora und Moritz. Die Synodalen stimmen für den Wechsel der Gemeinde von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands zur Evangelischen Landeskirche Anhalts

14:45

Die Synodalen haben über den Haushalt beraten. Am Samstag folgt die dritte Lesung und Beschlussfassung. Der Haushalt für 2026 sieht Ausgaben und Einnahmen in Höhe von ca. 19,49 Millionen Euro vor. Damit liegt das Volumen des Haushalts etwa auf dem Niveau des Vorjahres (19,26 Millionen Euro) Haupteinkünfte sind Einnahmen aus Kirchensteuern (5,8 Millionen Euro für 2026 gegenüber 5,4 Millionen Euro für 2025) Staatsleistungen (4,2 Millionen Euro gegenüber 4,0 Millionen Euro für 2025), dem kirchlichen Finanzausgleich (3,45 Millionen Euro gegenüber 3,45 Millionen Euro für 2025).

14:00

Die Beratungen über den Haushalt laufen. Kirchenoberamtsrat Matthias Köhn die Finanzplanung vor.

13:34

Die Aussetzung des Stellenplans ist mit 2 Gegenstimmen und 4 Enthaltungen angenommen worden. Der Zusatz wird angefügt: „Der Synode ist zur Herbstsynode 2026 ein Stellenplan vorzulegen.“

12:00

Stefan Werner, Direktor bei der Evangelische Landeskirche in Württemberg, schaut mit Blick von außen auf das zuvor vorgestellte Strategiepapier. „Auch in anderen Landeskirchen gibt es schmerzhafte Einschnitte“, sagt er. Weniger Gremien und vereinte Kräfte, so bleibe Kirche handlungsfähig.

„Die Idee, Kirchenkreise wegfallen zu lassen, ist berechtigt. Ebenso Bürokratieabbau“, sagt Werner. Das sei eine Erfahrung aus Württemberg, aber es sei ein sehr sehr schwieriges Geschäft. Man brauche einen langen Atem. Schlanke Verwaltung sei ein Schlagwort, aber Werner warnte, „Verwaltung kann man auch kaputt sparen“.

11:30

Dr. Jan Brademann stellt das Strategiepapier für die Evangelische Landeskirche Anhalts für nächsten Jahre vor: „Wollen wir in zehn Jahren noch Kirche sein, müssen wir uns jetzt bewegen. Und zwar sofort.“ Hier können Sie mehr über das Strategiepapier lesen.

11:00

Die Aussprache über den Tätigkeitsbericht des Landeskirchenrates läuft. Oberkirchenrat Matthias Kopischke antwortet auf Fragen der Synode nach Kreismusikwarten, Orgelsanierung und Glockensachverständigen.

09:50

Kirchenpräsident Karsten Wolkenhauer ergreift das Wort. Er spricht davon, dass die Zahlen zu denken geben müssen: „Unsere Zahlen machen ungerührt ihre Arbeit. Und diese Arbeit, die unsere Zahlen in den letzten Jahren gemacht haben, die lässt für die Zukunft der Landeskirche aus Sicht der EKD und auch aus meinem Verständnis nur diesen einen Schluss zu: Wenn sich nichts ändert, dann wird sich alles ändern.“ Die Rede von Karsten Wolkenhauer finden Sie hier.

09:45

Präses Andreas Köhn hält die Eröffnungsrede. Er spricht von einem „Aufbruch ins Ungewisse“, der noch vor der Landeskirche liege.

„Alle Strukturen, mit denen wir jetzt noch arbeiten müssen – wenn wir uns den verfassungsmäßigen Rahmen und die darauf aufbauenden Gesetzlichkeiten anschauen, – passen nicht mehr auf die rapide schwindenden Mitgliederzahlen. Das fängt bei der Größe der Kirchenkreise an und hört bei der Besetzung der Gemeindekirchenräte noch nicht auf. … Sie als Synodale haben es quasi in der Hand bei der Umgestaltung und Verschlankung unserer Anhaltischen Landeskirche konstruktiv mitzuarbeiten. Sie sind in den Gemeinden vor Ort und sehen selbst, dass es an allen Ecken und Enden fehlt, nicht nur an Hauptamtlichen, sondern im Ehrenamt und an erreichbaren Menschen, die mit Kirche noch etwas anfangen (können).“

Hier finden Sie die ganze Rede von Präses Andreas Köhn.

09:00

Die für die Evangelische Landeskirche Anhalts so wichtige und zukunftsweisende Herbstsynode beginnt. Zunächst mit einer Andacht. Im Anschluss wird Präses Andreas Köhn sprechen.

Die Synode beginnt mit einer Andacht

08:30

Im Gemeinde- und Diakoniezentrum St. Georg laufen die letzten Vorbereitungen. Die Synodalen kommen im Tagungsraum an. Präses Andreas Köhn erhält sein Namensschild.

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